• RELATIONCHIP • PICTURES • PARTICIPANTS • CHAINS • STOCK • THE PLACE • DIARY • THE TEAM • SEARCH • IMPRINT
THE RELATIONCHIP PROJECT BY VOGT + WEIZENEGGER, V+W
STARTED IN ST. ETIENNE, FRANCE, NOVEMBER 2006. NOW IN BERLIN AT THE DESIGNMAI 2007,www.designmai.de
Designer Matali Crasset invited us to take part in her exhibition "cohabitation, living together" at the Biennale Internationale Design in St. Etienne in France (22 nov.-3 dec. 2006) Her intention is to show and to question scenarios of contemporary life on three levels: cohabitaion in the home, in the neighbourhood and in the world. We will participate in this show with the following experimental concept:
Under the topic "RELATIONCHIP" we will build up a new network between the visitors of the biennale. At our "RELATIONCHIP-STATION" visitors can exchange one of their garments into a prepared RFID-chip tagged garment from the station. with this act, the visitor automaticly becomes a member of the RELATIONCHIP network, leaving a statement, his portrait and his used garment at the station.
This used garment will then be tagged with an RFID chip and modded into a new piece of cloth by the team of V+W. Have a look at the DIARY of the project.
At a terminal in the exhibition, each RELATIONCHIP member gets information about the owner of his new garment and the new owner of his old garment. We will then create a page in the internet with each piece so you can easily follow the chain that you have started. : )
• Kleider machen Freunde
Relationchip von V + W verwandelt getragene Kleidung und lässt sie zirkulieren Kleider haben Geschichte. Wer sich einmal durch die Kollektion eines Trödelladens gewühlt hat, weiß das. Das Hemd dort hat vielleicht einem coolen Jungen gehört. Dieses Cocktailkleid muss rauschende Nächte erlebt haben. Gerade die leichte Verblichenheit, die Gebrauchsspuren, die Patina lassen Kleider sprechen. Dass sie gebraucht sind, verleiht ihnen eine Geschichte. Kleider haben Zukunft. Um etwas gegen die Vermüllung der Welt zu tun, genügt oft ein bisschen Phantasie. Umgenäht, gekürzt, gefärbt oder mit Applikationen versehen, beginnt das Stück, das man gerade noch zur Altkleidersammlung geben wollen, ein neues Leben. Vielleicht wird es aufregender sein als das alte?
Kleider mit Geschichte sollten Zukunft haben. Aber nicht jeder kann mit Nähmaschine und Schere umgehen, um aus alt neu machen zu können. Nicht jeder hat den Blick. Wie wäre es da, wenn wir uns zusammentun? Das ist die Grundidee von Relationchip: Tolle Kleidung aus zweiter Hand verliert ihre Anonymität. Sie beginnt, in einem rasch anwachsenden Kreis von Modeträgern und Modemachern zu zirkulieren. Und auf einmal gehört zu jeder Jacke ein Gesicht und zu jeder Hose eine Geschichte. Wer – fast wie im Pfänderspiel – ein Stück seiner gerade getragenen Kleidung abgibt, erhält dafür ein neues, umgearbeitetes. Zugleich erfährt er, wer das neue bereits auf der Haut trug. Und der Empfänger seiner Sachen erfährt von ihm. Das geht denkbar einfach: Alle abgegebenen Kleidungsstücke werden gereinigt und dann umgemodelt. Modding nennt man das. Dann werden die Stücke mit einem RFID-Chip versehen. Der Chip ruft über einen Reader Bilder und Namen der Vorbesitzer und der beteiligten Modding Artists ab. Das heißt, wer sich neu einkleidet, erhält zugleich mit dem Chip auch die Geschichte des Kleidungsstücks. Ausgedacht haben sich das Konzept die beiden Designer Oliver Vogt und Hermann Weizenegger, kurz V + W, aus Berlin. Als Vertreter eines Thinking Design ist für sie die Idee ebenso wichtig wie das Objekt. Obwohl Weizenegger aus der Branche stammt, war Mode bisher nicht Thema eines größeren Projekts der beiden. Das änderte sich mit einem Anruf von Matali Crasset aus Paris. Crasset darf als eine Seelenverwandte von Vogt + Weizenegger gelten. Auch sie denkt nicht von den Objekten, sondern von der Alltagssituation her, in der sie eine Rolle spielen. Als sie V + W zu ihrer Ausstellung „Cohabitation, Living Together“ auf der Designbiennale in St. Etienne einlud, dachten die beiden an eine ganz neue Art des Zusammenlebens. Ein Zusammenleben, das die bekannten Formen der Partnerschaft und selbst die der Wohngemeinschaft sprengt. Ein Leben in großen Netzen und weit gestrickten Verbindungen. Im November und Dezember 2006 initiierten V + W in St. Etienne die ersten Chains von Relationchip. Binnen kurzer Zeit entstand eine im Web abrufbare Datenbank mit ganz persönlichen Botschaften und Verbindungen – die erst dann abreißen, wenn einer etwas aus dem Pool nimmt, aber nichts hineingibt.
Der Clou von Relationchip in St. Etienne: Die Kollektion mit der gestartet wurde kam aus den Studios einiger der bekanntesten und avanciertesten Mode- und Objektdesigner Europas. Zum Team gehörten bei dieser ersten Realisierung Modeschöpfer wie Claudia Skoda, Ayzit Bostan, Florinda Schnitzel und Kostas Murkudis, Designer wie Stefan Diez, Arik Levy und Crasset selbst. Und so wurde die Sache ein großer Spaß und ein großer Erfolg. Mit der Eröffnung der Biennale in Frankreich wurden alle Kleidungsstücke der Designer von den Besuchern innerhalb kürzester Zeit eingetauscht. Beim von V + W mitgegründeten Designmai wird Relationchip seine zweite große Bewährungsprobe zu bestehen haben. Diesmal werden jeden Tag Designer aus dem Projekt als CJs (Cloth Jockeys) auftreten und die gestalterische Richtung vorgeben. Zugesagt haben bereits Ines Kaag von BLESS, Claudine Brignot, Ayzit Bostan, Haman Sutra und Florinda Schnitzel. Die Möglichkeiten von Relationchip sind damit noch lange nicht ausgereizt. Der RFID-Chip, der übrigens waschmaschinenfest ist, erlaubt es, dass sich an besonders dafür vorgesehenen Orten, etwa Cafés oder Lounges, Kleidungsträger gegenseitig erkennen. Er könnte auch Türen öffnen ... Willkommen zur Party! Mode ist eben doch unendlich mehr als ein bisschen Stoff. Kleider machen Freunde.
• RELATIONCHIP • PICTURES • PARTICIPANTS • CHAINS • STOCK • THE PLACE • DIARY • THE TEAM • SEARCH • IMPRINT